Moin Silah,
im Grunde können wir uns unseren Diabetes melitus (egal welcher Typ) als defekte Blutzucker-Automatik vorstellen. Ohne Defekt verteilt sie jeden Tag vollautomatisch 1-2 Pfund Zucker=Glukose im Körper, ohne dass der Blutzucker nennenswert ansteigt oder schwankt. Einzige Ausnahme, immer nach dem Einfüllen von neuem Zucker. Dafür hier mal ein bisschen Grafik [
www.phlaunt.com] Vorsicht beim künstlichen Nachmachen!
Aber zuerst einmal: Mit dem Defekt packt unsere Automatik das nicht mehr mit dem relativ niedrigen & flachen Verlauf, und wir müssen sie entsprechend unterstützen und z.B. passend Insulin dazu spritzen. Im Prinzip taugt dafür jedes Insulin. Und jedes Insulin wirkt bei jedem von uns anders, so dass praktisch jeder von uns für sich selbst austesten muss, wie er das am besten einsetzen kann, das er gerade hat. Das Ganze nennt sich zwar Einstellen, aber die Bezeichnung kommt noch aus der Zeit, als der Blutzucker nur im Krankenhauslabor bestimmt werden konnte.
Die ärztliche Einstellung kommt dem immer noch am nächsten, aber die haben wir praktisch alle so verändert, dass sie in jeweils unseren persönlichen Alltag passt. Und alles spricht dafür, dass man schon vom ersten Tag an schaut, wie es für einen ganz persönlich am besten passt. Und immer schön in kleinen Schritten.
Schritt 1:
Genauer den Ist-Zustand beobachten. Du hast Anweisung bekommen, wie viel Du spritzen sollst. Also machst Du's. Und dazu nimmst Du dir für Dich (für Deine Übersicht! Ob Du den Dok da mal drauf gucken lässt, kannst Du immer noch entscheiden) pro Tag einen großen Zettel mit Stundeneinteilung von oben nach unten
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und schreibst da jeweils in seine Zeit, was Du misst und wieviel Du spritzt und wie viel etwa Du wovon isst. Und wie Kleinerpreis schon geschrieben hat: Auch mit Diabetes sind mehrere kleinere Mahlzeiten sehr viel einfacher zu handhaben, als 3 große!
Also zuerst einmal mehrere Tage aufschreiben. Je gleicher Deine ablaufen, desto weniger brauchst Du als Grundlage, aber wenigstens 3 sollten es schon sein.
Noch mal zum Messen:
Ich schreib mir die Zahlen immer links neben die Stunden-Reihe. Dann hab ich die immer auf den ersten Blick. Und wenn ich was neues ausprobiere, so wie Du das ja jetzt praktisch machst, messe ich immer vor dem Spritzen und Essen und dann 1 Stunde danach. Denn nach 1 Stunde hat das meiste blutzuckertreibende Futter (Brot und alles mit Mehl, Kartoffeln, Reis und Obst und selbstverständlich Zucker) seine Maximalwirkung.
Dabei müssen Dir hohe Werte keine Kopfschmerzen machen, denn die kannst Du ja nur vermeiden, wenn Du sie kennst und wenn Du in den nächsten Tagen und Wochen gelernt hast, wie Du auch ohne sie auskommen kannst :-)
Wenn Du uns hier schreibst, welches Insulin Du spritzt, können wir Dir ganz sicher noch den einen oder anderen zusätzlichen Tipp geben :-)
Daumendrück, Jürgen
Für meinen Einstand vor 19 Jahren biete ich nüchtern um 450 und einen HBA1c von 16und.