Moin Marcel,
also dass ein gesunder Mensch eine konstante Basalrate hätte, halte ich fürn Gerücht. Er hat schon einen weitestgehend konstanten basalen BZ-Verlauf, aber die Insulinkurve dafür schwankt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit u.U. gewaltig. Und es ist ein wichtiger Vorteil der Pumpe, dass sich damit wenigstens die größten der notwendigen Schwankungen in der basalen Insulinausgabe nachbilden lassen.
Ein weiterer großer Vorteil ist, dass sich mit der Pumpe die Basalrate relativ kurzfristig runter fahren lässt, wenn eine längere Zeit körperlichen Einsatzes ansteht. Das kann ein ausgedehnter Spaziergang genause wie eine Stunde Workout sein oder Garten- oder Hausarbeit. Mit Basalinsulin kann man diesen Minderbedarf nur durch Mehressen ausgleichen, und das ist zumindest für die unter uns kontraproduktiv, die zum Zunehmen neigen.
Und bei Leistungssport kann häufig nur funzen, wenn man sowohl die Basalrate direkt senken wie auch zusätzlich Essen kann, wie Dir dieses Beispiel von den aktuellen Olympics zeigt [
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Schließlich würde mancher Pumpenuser für die Banane oder den Apfel oder die Milchschnitte oder ... zwischendurch, für die er an seiner Pumpe eben passend Knöpfchen drückt, mit nem Pen nicht spritzen und den häufig erstaunlich höheren Verlauf damit halt in Kauf nehmen.
Und tatsächlich ist die Pumpe zusammen mit der kontinuierlichen Messung wichtiger Bestandteil des künstlichen Pankreas. Allerdings kann man die nicht einfach nur so zusammen schalten, weil für die passende aktuelle Insulinausgabe ja nicht nur der aktuelle BZ wichtig zu berücksichtigen ist, sondern auch die Insulinmenge der letzten 2 Stunden, die noch mehr oder weniger aktiv ist, und die für die nächsten 2 Stunden geplante Tätigkeit, die ja den weiteren Bedarf bestimmt. Klar kann man das, was erfahrene Pumpenuser praktisch vollautomatisch berücksichtigen, programmmäßig nur schwer berücksichtigen, aber die entsprechenden ersten Steuerprogramme sind schon erstaunlich weit entwickelt und befinden sich zum Teil schon in der klinischen Erprobung.
Klar ist, wer seine Pumpe praktisch nur so nutzt, wie eine Standard-Pen-Einstellung, hat beim selben Ergebnis mit seinen 2 Pens weniger Gedöns und weniger Kosten. Und die machen mir heute die größten Sorgen, denn die kranken Kassen schränken ihre Kostenübernahme für Pumpen und Zubehör offenbar immer weiter ein.
Bisdann, Jürgen